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Das Zins-Rätsel 2025: Warum günstigeres Geld teurer wird
PLUS: Mieterstrom-Modelle einfach

Mit einer Mischung aus sehr aktueller Zinsanalyse – EZB senkt, Marktzins steigt trotzdem, die Stimmung aber noch viel mehr – und sehr langfristig gedachten Mieterstrom-Modellen lassen wir das dunkelste Quartal des Jahres hinter uns in der Hoffnung und positiven Erwartung, dass sich das auch auf den Wohnungsbau-Markt im Allgemeine überträgt.
👋 Moin, lieber Leser! Dies ist Der Zinshaus-Investor, der Newsletter für Sie als Privatinvestorin, die ihr erstes oder nächstes Mehrfamilienhaus erfolgreich bauen und vermieten will.
-Marco
P.S. Interessiert am amerikanischen Football 🏈? Falls Sie den Saisonhöhepunkt (👉 Super Bowl) gestern Nacht verfolgt haben: Das Spiel des Favoriten ist aufgrund von kritischen Lücken in der offensiven Verteidigung des eigenen Quarterbacks als zentrale Figur komplett zusammengebrochen. Die Parallele könnte nicht perfekter sein: Als Bauherr sind SIE der Quarterback Ihres Projekts. Neben dem richtigen, offensiven Vorgehen ist beim Bau vor allem eins wichtig: Keine unwiederbringlichen Fehler in der Absicherung zu machen. Ihre Absicherung zu perfektionieren: Eine meiner Missionen und die von Herrn Burnickl, mit dem ich daran arbeite (👉 Webinar).
🔥 MARKT-UPDATE
Zinsanstieg trotz EZB-Senkung: Das müssen Sie jetzt wissen
Überraschung am Zinsmarkt: Während die EZB den Leitzins auf 2,75% gesenkt hat (die fünfte Senkung seit Juni 2024), steigen die Bauzinsen zum Jahresstart. Das zeigen der aktuelle ImmoScout24 Zinskommentar vom Februar 2025 (auch auf YouTube).
Aktuelle Entwicklung der Bauzinsen:
5 Jahre: 3,51% (+0,11%)
10 Jahre: 3,45% (+0,10%)
15 Jahre: 3,63% (+0,07%)
Was bedeutet das für Sie?
Die durchschnittliche Darlehenssumme erreicht mit 319.000€ einen neuen Höchststand
Die monatliche Standardrate sinkt auf 1.350€ - der niedrigste Stand seit 2,5 Jahren
Politische Unsicherheiten erhöhen die Risikoaufschläge: Was für Bauherren ein Risiko darstellt, bedeutet auch für Banken höhere Absicherungskosten
Experten erwarten für 2025 eine Preissteigerung von 1-3% bei Wohnimmobilien, mit stärkerer Dynamik in Großstädten
Meine Einschätzung: Der Deutsche Hypo Immobilienklima-Index (siehe Breakout-Box unten) setzt seinen kontinuierlichen Anstieg seit dem historischen Tief von Dezember 2022 fort, aber die Diskrepanz zwischen EZB-Leitzins und Bauzinsen verdeutlicht die Verunsicherung am Markt. Die Zeit der automatischen Zinssenkungen scheint vorerst vorbei.
➡️ Praxis-Tipp: Beobachten Sie die Zinsentwicklung in den kommenden Wochen genau. Die jüngsten Anstiege um 10 Basispunkte zeigen, dass der Markt volatil bleibt.
Der Deutsche Hypo Immobilienklima-Index erklärt
Der Index wird von der bulwiengesa AG für die Deutsche Hypo – NORD/LB Real Estate Finance erstellt und erfasst monatlich die Stimmung von rund 1.000 Immobilienexperten. Er dient als Frühindikator für Marktentwicklungen. Die Skala reicht von 0 bis 200, wobei Werte über 100 eine positive Markteinschätzung signalisieren.
Aktuelle Highlights (Januar 2025):
Das Gesamtklima steigt leicht auf 97,6 Punkte (+1,8%)
Herausragend: Der Wohnungsmarkt dominiert mit 153,5 Punkten alle anderen Segmente
Zum Vergleich: Büroimmobilien (77,1) und Handel (88,2) bleiben deutlich zurück
Was bedeutet das? Der hohe Wohnklima-Index von über 150 Punkten ist bemerkenswert: Während andere Segmente noch unter der 100-Punkte-Marke kämpfen, sehen Experten im Wohnungsmarkt weiterhin überdurchschnittliches Potenzial - trotz der aktuellen Zinsunsicherheit. Dies deutet auf eine fundamentale Stärke des Wohnungssegments hin, die über kurzfristige Zinsschwankungen hinausgeht.
Kritische Einordnung: Zu beachten ist dabei, dass die befragten Experten selbst oft im Wohnungsmarkt aktiv sind und somit ein gewisses Eigeninteresse an einer positiven Marktentwicklung haben könnten. Allerdings wäre auch der Aufwärtstrend dieser Zuversicht der Branche wohl ein positives Marktsignal.
🎯 IM FOKUS

Mieterstrom kann einfach und rentabel sein - mit kleinem Unsicherheitsfaktor Bundestagswahl
Mieterstrom: Neue Dienstleister machen's einfach
Während viele MFH-Eigentümer vor der PV-Pflicht zurückschrecken, zeigt ein aktuelles Praxisbeispiel aus unserem Club: Mit den richtigen Partnern lässt sich ein Mieterstrom-Modell heute deutlich einfacher umsetzen als früher.
Aktuelle Praxiszahlen:
98 kW Peak PV-Anlage auf einem 13-Parteien-Haus
Investitionskosten: 120.000 EUR
Finanzierung: 4,2% Zinsen als Volltilger-Darlehen über 10 Jahre (regionale Volksbank)
Mieterstrom-Verkauf: 26 ct/kWh
Vollständige Refinanzierung durch Stromverkauf innerhalb der 10 Jahre
Anschließend: Rund 10 Jahre zusätzliche Gewinne aus dem Betrieb
Der Game-Changer: Spezialisierte Dienstleister Neue Anbieter wie metergrid aus Stuttgart behaupten inzwischen zu übernehmen:
Die komplette Anmeldung und Behördenkommunikation
Datenmanagement und Verbrauchserfassung
Professionelle Abrechnung mit den Mietern
Sämtliche administrative Aufgaben
Vorteile für beide Seiten:
Mieter:
Günstigerer Strom (oft 10% unter Grundversorgung)
Lokale, umweltfreundliche Energieversorgung
Stabilere Preise, weniger Abhängigkeit von Marktschwankungen
Vermieter:
Zusätzliche Einnahmequelle nach Refinanzierung
Wertsteigerung der Immobilie
Erfüllung gesetzlicher PV-Pflicht
Meist problemlose Finanzierung durch Banken (unabhängig von der schwierigeren Hauptfinanzierung Ihres MFHs!)
Wichtig zu wissen:
Möglicherweise eingeschränkte Wirtschaftlichkeit bei zusätzlichen Energieversorgungs-Möglichkeiten wie Fernwärme
Mieterstromzuschlag nach EEG möglich (1,64-2,62 ct/kWh)
Mieter dürfen nicht zur Teilnahme verpflichtet werden
Verschiedene Modelle möglich: Von Vollversorgung bis Contracting
🏗️ PROJEKT DER WOCHE
Der Anti-Kelce: Keller smart statt luxuriös?
Während NFL-Star Travis Kelce im Super Bowl strauchelte (siehe P.S. ganz oben), baut er unter der Erde sein Traumhaus: Luxuriöse Untergeschosse mit Gym und Golf-Simulator sind in den USA der neue Trend der "Iceberg Houses".
Für MFH-Entwickler interessant: Statt Keller komplett wegzusparen, zeigt der EFH-US-Trend Potenzial für smarte Nutzungskonzepte - von der Gemeinschafts-Fitness bis zum Coworking-Space. Außerordentlicher Mehrwert statt Tiefgarage. Auch im Zinshaus mal eine Überlegung wert? Der Platz ist da.
➡️ Vertiefung folgt vielleicht bei Gelegenheit im Kontext der Tiefgarage 2.0
🏗️ KURZ & WICHTIG
⛺️ Tiny House von ContiTech (Update)
In der vorletzten Woche hatte ich in der neuen Kategorie “Produkt der Woche” von Conti’s Tiny-House als Rendite-Option berichtet. Dazu jetzt die offizieller Rückmeldung: Nach aktueller Evaluierungsphase ist der Markteintritt tatsächlich für Ende des Jahres geplant. Das zweite ContiHome sei in Kürze bei Amsterdam buchbar – zum Austesten.
🪵 Holzbau Akademie zu Ihrer Beruhigung
Die Koalition für Holzbau, Lobby-Organisation der Holzbau-Branche, ruft eine Akademie mit verschiedenen bezahlbaren (200 €+-) Seminaren ins Leben. Relevant für Sie als Mehrfamilienhaus-Bauherrin: Falls Holzbau eine Option für Sie ist, können einige der Fachquellen, z.B. zum Brandschutz, Sie dort informieren und beruhigen. Mehr >
📊 Zahlen & Fakten: Grundsteuer-Erhöhung
ImmoScout24-Umfrage zeigt: 73% der Eigentümer müssen mehr Grundsteuer zahlen, bei 30% verdoppelt sich der Betrag sogar. Die Steuer ist zu 100% als Betriebskosten umlegbar - 66% der Vermieter planen diese Weitergabe bereits. Ob das vom Gesetzgeber so verstanden und gewollt war? Mehr >
📊 Wohneigentum: Große Nachfrage, hohe Hürden
Aktuelle Forsa-Umfrage: 82% der 18-29-Jährigen wollen Eigentum erwerben, scheitern aber an Eigenkapital (48%) oder zu geringem Einkommen für die Kreditrate (40%). Interessant: 58% sehen Immobilien als beste Altersvorsorge - weit vor Aktien (16%) und Versicherungen (10%). Die Mehrheit fordert mehr staatliche Förderung, besonders bei Grunderwerbsteuer. Dennoch, der faktische Bedarf ist KEIN Signal für Bauträger (Wohnungsverkauf) sondern Zinshäusern (Vermietung). Mehr >
KARIKATUR DER WOCHE

© blue media labs GmbH
“Mieter unter Strom”
by Künstlerische Intelligenz
Die Interpretation der Themen Mieterstrom und Mietwohnungs-Druck
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